Sehr geehrte Freundinnen und Freunde des Steinbeisnetzwerkes, liebe Kundinnen und Kunden,

erneut neigt sich ein Jahr dem Ende entgegen, das wohl selten wie eines zuvor war, an das wir uns selbst erinnern können. Mögen wir einmal zurückblicken, aber auch Zukunftswünsche aussprechen.

Vermutlich werden wir alle sehr unterschiedlich zurückblicken. Es gab schöne, glückliche, aber auch schreckliche Momente und nachdenklich machende Zeiten.

Corona und die politische Situation weltweit machen sicher alle nachdenklich. Corona wirkt wie eine Lupe, das Geschehen zu vergrößern und zu verdeutlichen. Es ist wohl nicht verwunderlich, dass im Zuge der fortschreitenden Globalisierung der ganzen Menschheit leider auch wieder der unsägliche Nationalismus freudige Urständ feiert. Als aufgeklärter und wissenschaftlich geprägter, liberaler Mensch mag man nicht arrogant wirken. Trotz aller Toleranz denke ich nicht Quer, sondern nenne diese Leute unverbesserliche "Dummdenker".

Diskutiert man ernsthaft darüber, wie man mit anders Denkenden umgeht, so gibt es doch Grenzen, die man nicht genug ernst nehmen kann. Zum einen gibt es die Kategorie "Die-Welt-ist-eine-Scheibe-Denker". Eigentlich könnte das uns allen egal sein. Wenn sie aber haufenweise auftreten und anfangen öffentliche Meinungen zu bilden, muss Schluss sein. Hier muss man aufklären, sich persönlich engagieren, kommunizieren und Auswüchsen aber auch herzhaft entgegen treten.

Dann gibt es aber auch die unverbesserlichen Nationalisten, Rassendenker, Egomanen und Menschenverachter. Weil weltweit leider wieder viele so denken, dürfte eines schon klar sein, wenn logisch weiterdenkt: entweder sind alle Andersgläubigen von vorneherein in der Hölle, also demnach alle Menschen, oder  aber alle Nationen werden untergehen, weil jeder Nationalist von seiner Nation meint, es sei die beste, nur die anderen nicht.......als Volkswirt muss man allerdings klar aussprechen;: Jeder Nationalismus ist Quatsch, denn bislang hat es keine Nation im Alleingang geschafft auf Kosten der anderen auf Dauer besser zu sein. Erst recht wir Deutschen nicht mit unserem hohen Exportanteil. Wer so denkt, lebt vielleicht auf Kosten von ein bis maximal zwei Generationen Aufbauarbeit, bis alles wieder verzehrt ist und der Niedergang kommt.

So what......viel schlimmer ist die Verrohung der Sprache und als Widerhall auch leider die vielen Attentate in einer so unglaublich menschenverachtenden Weise, dass man hier wirklich dagegen ankämpfen muss. Was denken sich solche Leute eigentlich? Wirklich unglaublich, was man sich hier auf der Straße, in Kneipen, aber leider auch in den Parlamenten bieten lassen muss. Die nächsten Wahlen werden hoffentlich die Welt wieder etwas weiter in die vernünftige Normalität rücken. Die USA haben es uns zum Glück 2020 schon vorgemacht- Gott sei Dank!

Wissenschaftlich sind wir 2020 auch schon wieder enorm weitergekommen. Die superschnelle, weltweit von hervorragenden Wissenschaftlern geleistete Entwicklung von Corona-Impfstoffen, war wohl bislang einzigartig und lässt auf weitere gute Zusammenarbeit der Menschheit hoffen. 

Mathematik, Physik, Medizin, Ingenieurwissenschaften und viele Andere haben Aussergewöhnliches geleistet. Die Digitalisierung machts möglich......die Geisteswissenschaften stehen dem aber wie kommunizierende Gefäße nicht nach und dürfen nicht außer Acht bleiben.

Auch im nächsten Jahr werden die Herausforderungen nicht abnehmen. Zunächst gilt es Corona zu überwinden. Vernunft und Aufklärung werden entscheidend sein. Ich bin jedenfalls optimistisch, dass es klappt.

Ich wünsche mir auch einen weiteren Quantensprung in Richtung Digitalisierung. Vor allem die Schulen sollten sich endlich modernisieren. Im Gegensatz von vielen Zentralisten bin ich aber der Meinung, dass wir mehr Differenzierung wagen sollten. Die einzelnen Schulen und Universitäten benötigen mehr Freiräume und eigene Kompetenzen. Ich halte es hier mit unserem Nobelpreisträger F.A. von Hayek, den ich noch im Doktorandenseminar erleben dürfte. Allzuviel Staatliches und zu viele Vorschriften sind "Anmaßung von Wissen". Die bessere Idee muss sich schnell durchsetzen können. Dann gilt es im Sinne von Steinbeis, den Transfergedanken zu fördern.

Die EU kann und sollte Vorreiter sein. Insbesondere der Klimagedanke und der Klimaschutz werden wichtiger denn je sein. Aber auch hier muss gelten, dass sich die richtige und vernünftige Idee durchsetzen muss. Es muss mehr von unten nach oben gehen. Allerdings wird es ohne mutige politische Entscheidungen nicht gehen. Saubere Luft und sauberes Wasser haben nun einmal als öffentliche Güter keine Markt und des sind klare staatliche Vorgaben notwendig. Dabei wäre alles so einfach, wenn man die Vorgaben für effektiven Klimaschutz ernst nehmen würde. Die Effizienz muss meiner Überzeugung nach dann der Markt richten. Staat kann Effizienz leider nicht. 

Jeder Einzelne von Ihnen trägt zu Erfolgen im kommenden Jahr bei.

Ich wünsche Ihnen eine schöne Weihnachtszeit trotz aller Widrigkeiten, erholsame Tage und alles Gute für 2021 – und freue mich auf eine gute Zusammenarbeit auch im neuen Jahr zum Wohle von uns Allen.

Mit herzlichen Grüßen

Ihr Wilhelm Peters