Als Test für unsere diversen Benchmark Methoden haben wir eine Hotelstichprobe mit 25 Hotel verwendet.

Die Datenbasis bildet die Auswertung eines sehr umfangreichen Fragebogens mit 120 Fragen zu den Benchmarkgruppen

  1. Führung und Management
  2. Kundenportfolio
  3. Interne Prozesse
  4. Marketing und Vertrieb
  5. Innovationsmanagement
  6. Ressourcenmanagement
  7. Werkzeuge und Methodik
  8. Wertschöpfung und Finanzierung

1. Partielles Benchmarking:

Die untenstehende Abbildung ist das Ergebnis einer  partiellen Auswertung für diese 8 Benchmarkitems.

Die Auswertungsskala ist in diesem Fall auf die Werte 0-5 normiert.

Die schwarzen Balken werden durch die besten Top 5 Benchmarkteilnehmer bestimmt. Oben an den schwarzen Balken ist die Spannbreite unter den Top 5 ersichtlich.Die grau quergestreiften Balken bilden die Low 5 der Benchmarkteilnehmer, wiederum mit der dargestellten Spannbreite derjenigen Benchmarkteilnehmer, die am schlechtesten abgeschnitten haben. Die farbigen Balken zeigen das Ergebnis eines einzelnen Hotels in der gesamten Benchmarkgruppe.

Herausgehoben haben wie die Werte für das Innovationspotenzial, besser die Veränderungs- bzw. Erneuerungsbereitschaft, und die Kundenorientierung, wo das abgebildete einzelne Hotel besonders schlecht abschneidet.

Überdies waren wir überrascht, wie breit die Spreizung bei der Kundenorientierung war. Gerade die Kundenorientierung bildet ja ein wesentliches Erfolgskriterium für besonders gut geführte Hotels.

Die Differenzen zu den Top 5 zeigen die jeweiligen Verbesserungspotentiale auf.

Untenstehende Graphik zeigt in Echtzeit die Übernachtungszahlen, die den Berechnungen im Hotelbenchmark zu Grunde liegen.

2. multivariates Benchmarking:

Recht aufwendig sind multivariate Benchmarkingverfahren. Hier wird der kombinierte Einfluss mehrerer Einflussfaktoren auf Erfolgskriterien ausgewertet.

Wir zeigen hier Auswertungen die mit der Data-Envelope-Analyse (DEA) unterlegt sind. Einige Hinweise zum wissenschaftlichen Ansatz der DEA finden Sie hier.

Wir haben zunächst aus dem Benchmark der 25 Hotels Effizienzgrenzen errechnet Die mathematisch-ökonomische Basis dazu bilden Cobb-Douglas-Produktionsfunktionen. Vereinfachend zeigen wir hier das Ergebnis mit den beiden Produktionsfaktoren "Personal" und "Infrastruktur", wobei dazu wegen der Komplexität innerhalb dieser Faktoren Indizes gebildet wurden.

Diese Effizienzgrenze ist als Isoquante (geometrischer Ort von solchen Faktorkombinationen, die den gleichen Output, hier Anzahl Übernachtungen hevorbringen) errechnet. Mit dieser Effizienzgrenze,werden nun die einzelnen Hotels der Stichprobe verglichen. Die Abstände zur Effizienzgrenze bilden das rechnerische Verbesserungspotential.

Es ist aber nicht ausgesagt, in welche Richtung zur Effizienzgrenze die Verbesserung stattfinden sollte. Dazu muss auf Grundlage der strategischen Ausrichtung der einzelnen Teilnehmer eine vertiefende Beratung bzw. Entscheidung im einzelnen Unternehmen erfolgen.

Wertvolle Ergebnisse erzielen wir aber, wenn wir innerhalb der Benchmarkteilnehmer typische Cluster feststellen können. Bei Hotels sind das die Unterschiede etwa zwischen den "Sterne-Kategorien", Unterschiede zwischen großen Kettenhotels und eher kleinen Familienhotels oder etwa Hotels mit Spa-Bereich zu reinen Garni Hotels. Alle diese Gruppen weisen typische Faktorkombinationen auf, die wir in den Auswertungen als Cluster erkennen können.

Innerhalb solcher Cluster ist es dann wesentlich einfacher, Verbesserungsempfehlungen auszusprechen oder zu erarbeiten.

Besonders bewährt haben sich auch ERFA-Gruppen, an denen die Hotelmanager vertrauensvoll teilnehmen. Der Erfahrungsaustausch zwischen Kolleginnen und Kollegen ist immer besonders wertvoll, setzt aber auch ein hohes Vertrauen voraus, wenn man sich auf der Konkurrenzebene bewegt.

Unten sehen Sie in der Echtzeitgraphik zusätzlich zu den effizienten Hotels, die die Effiziengrenze bilden (blaue Punkte) diejenigen Hotels die oberhalb der Effizienzgrenze liegen, also mit höheren Kosten in den Faktorbereichen "Personal" und "Infrastruktur"arbeiten (rote Punkte". Es lassen sich auch gewisse Cluster erkennen. Diese lassen sich errechnen bzw. abgrenzen, indem die Abstände untereinander herangezogen werden. Die Berechnungsmethodik reagiert sehr sensibel auf Unterschiede in der Effizienz. Also schon kleine Abweichungen können Clustergenzen begründen.